Das Gehirn und seine Lernfähigkeit

Das Gehirn

Das Gehirn gehört immer noch zu den am wenigsten erforschten Bereichen dieser Welt und birgt nach wie vor eine Menge Geheimnisse. Es gilt als das komplizierteste Organ, das die Natur (auf dieser Erde) je hervorgebracht hat und ist bei Wirbeltieren, bei Menschen, sowie bei einigen Wirbellosen im Kopf zu finden. Das Gehirn wird auch als das im Kopf gelegene zentrale Nervensystem bezeichnet, welches durch das „Foramen Magnum“ oder auch „großes Hinterhauptsloch“ in das zentrale Nervensystem des Rückenmarks übergeht. Geschützt wird das Gehirn durch drei Hirnmembranen (Hirnhäute) und durch die darüber gelegene Schädeldecke. Insgesamt besteht das Gehirn aus 100 Milliarden von Nervenzellen (Neuronen), welche wiederum an eine Vielzahl von Kontaktpunkten (Synapsen) verbunden sind. In diesem Artikel wird es sich jedoch weniger um den medizinischen Aufbau des Denkapparates handeln, sondern vielmehr um die Lernfähigkeit dessen.

Die Frage die uns nämlich vor allem in Bezug auf das Gehirn beschäftigt ist, wie das (menschliche) Gehirn genau lernt und wie sich das Gedächtnis gezielt verbessern lässt.

Jahre lang waren Forscher der Ansicht, dass sich das Gehirn eines Erwachsenen nicht mehr verändern lässt. Heutzutage ist man jedoch anderer Meinung und weiß, dass das Gehirn bis ins hohe Alter stetig umgebaut werden kann. Des öfteren wird das Gehirn von manchen Wissenschaftlern mit einer Art Muskel verglichen, der dementsprechend trainiert werden kann. Mittlerweile werden sogenannte „Gehirnjoggings“ von Dienstleistern angeboten, welche die Idee des Muskeltrainings aufgegriffen haben und Übungen anbieten, die die Lern- und Gedächtnisleistung erhöhen sollen. Hirnforscher gehen allerdings davon aus, dass nur die an sich trainierte Aufgabe eine Leistungssteigerung bedeute – andere Fähigkeiten werden somit nur teilweise oder gar nicht trainiert.

Das Gehirn

Neuroplastizität

Im Zusammenhang mit der Veränderung des Gehirns bei Erwachsenen, verbreitet sich auch momentan das Themengebiet der „Neuroplastizität“ bzw. „neuronaler Plastizität“ relativ schnell. Jenes bringt sehr interessante und aufschlussreiche Einblicke in das System des menschlichen Körpers. Wie der Name schon verrät, befasst sich die Neuroplastizität mit der Veränderung des Gehirns – genauer gesagt mit der Fähigkeit, dass sich das Gehirn selbstständig verändert.  Dabei können sich Synapsen, Neuronen oder ganze Hirnareale verändern.

Das Gehirn

Der Prozess hinter dem neu Erlernten und Gespeicherten  

Bezogen auf das Lernen ist vor allem der Teilbereich der „synaptischen Plastizität“ interessant, da das Lernen an den Synapsen stattfindet. Dort werden die elektrischen Signale von einer Nervenzelle auf die nächste übertragen. Dabei haben Neurowissenschaftler herausgefunden, dass die Effektivität an den Synapsen bei der Übertragung variieren kann. Genau dieser Prozess wird auch als synaptische Plastizität bezeichnet.

Doch nicht nur die Abschwächung oder Verstärkung kann bei der Signalübertragung reguliert werden, sie kann auch erst durch diesen Prozess ermöglicht oder völlig gekappt werden. Heute wissen die Neurowissenschaftler, dass Synapsen selbst im Gehirn von Erwachsenen noch komplett neu gebildet oder abgebaut werden können. An manchen Stellen (wie z.B. im Riechsystem) können sogar im Laufe des Lebens neue Nervenzellen gebildet werden.

Das Gehirn

Fazit

Alles in allem kann also gesagt werden, dass der Auf- und Abbau, sowie die Verstärkung und Abschwächung im Gehirn fortlaufend andauert.

Vereinfacht ausgedrückt kann man sich also vorstellen, dass bei Abspeicherung im Gehirn die Signalübertragung verstärkt wird und dementsprechend abgeschwächt, sobald es vergisst.

By Daniele Zedda • 18 February

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By Daniele Zedda • 18 February

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